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Man braucht keine große Geschichte

Ich habe das Buch bei Jacky von Bibliomanie gesehen und fand es direkt interessant. Schon lange und das schon vor der Sommerleseflaute wollte ich Bücher lesen mit mehr Gehalt. Als ich den Klappentext gelesen hatte, fragte ich es beim Bloggerportal an und hatte Glück. Ich habe mich sehr gefreut. Danke nochmal.

Hier handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, was jedoch meine persönliche Meinung nicht beeinflusst.

Daher möchte ich auch an dieser Stelle erwähnen, dass es sich hier um ein Rezensionsexemplar handelt und meine Meinung nicht beeinflusst. Auch habe ich dafür kein Geld erhalten.
„Wenn alle Katzen von der Welt verschwenden“ von Genki Kawamura wird der Leser auf die Reise des Seins mitgenommen. Es wird die Frage gestellt was wäre, wenn? Was wäre, wenn der Teufel in deinem Wohnzimmer steht? Was wäre, wenn, du am nächsten Tag sterben musst? Was wäre, wenn du dies verhindern kannst, wenn du für jeden Tag ein Ding von der Welt verschwinden lassen würdest? Was würdest du verschwinden lassen? Und wie weit würdest du gehen um zu leben?

Die Geschichte wird in einer Woche erzählt und jedes Kapitel ist ein Tag. In jedem Tag wird entschieden was verschwinden wird und am folge Tag erfährt man dann wie die Menschen damit umgehen.
Am Anfang erfährt man erst mal wer der Protagonist ist bzw. auch nicht es sind nur so buchstücke, was sich durch die ganze Geschichte zeiht, auch den Namen erfährt man nicht. Aber am meisten fällt auf, dass der Protagonist sehr einfaches fast schon monotones Leben führt und damit sehr wohl glücklich ist. Dieses Gefühl wird verstärkt durch den etwas in die länge gezogenen Anfang. Aber spätestens als der Teufel auftaucht und ihm das Angebot macht bemerkt man, dass der Protagonist nicht für ein Individuum steht, sondern viel mehr für die allgemeine Gesellschaft. Es sind so Aussagen wie
„Schlafen aufstehen, arbeiten, essen, Freizeit, …“ (Zitat S. 109).
Außerdem bleibt er fast durch die ganze Geschichte eher blass. Man setzt sich viel mehr mit dem Verlauf der Geschichte an seine Stelle.

Dadurch schafft es der Autor einfach sehr schnell den Leser dazu zu bringen über die Kernfrage nachzudenken. Auch durch den Erzähler der einen direkt anspricht, ist man direkt am Nachdenken und stellt sich die Frage: Was würde man an seiner Stelle tun? Es ist daher nicht nötig mehr über das Leben des Protagonisten zu erfahren, was mir auch nicht gefehlt hat aber die Geschichte abrundet und das Thema nicht so trocken macht.
Der Schreibstil ist sehr einfach und umgangssprachlich. So kann man sich ganz auf den philosophischen Gedanken einlassen und macht es einfach es zu lesen und die Handlung zu verfolgen.

„Wenn man das Leben aus der Nähe sieht, ist es eine Tragödie, betrachtet man es jedoch aus der Ferne ist es eine Komödie.”


(Zitat S.77)

Was das alles aber mit dem Titel zu tun hat? Mh, ja. Dies leuchtet einen nicht direkt ein. Erst zum Ende wird einem klar warum der Titel gewählt wurde.

Einen Hacken hat es. Das Ende bzw. die Kernfrage über den Sinn des Lebens wird hier nicht geklärt, nicht wirklich. Obwohl, die Geschichte ein paar kleine Hinweise gibt.

Fazit

„Wenn alle Katzen die von der Welt verschwenden“ von Genki Kawamura ist eine kurze Geschichte über das Sein was einem noch lange im Kopf bliebt und einen grübeln lässt. Für mich war es seit langem wieder ein Buch aus der Spate und hat meine Erwartungen erfüllt. Durch den einfachen Schreibstil lässt es sich einfach lesen. Spannung darf man hier nicht erwarten, denn dies ist kein Buch, das einen einfach nur unterhalten soll, sondern was einen im besten Fall seine Sicht auf alltägliche Dinge verändert. Bei mir hat es das Buch geschafft. Klare Leseempfehlung ein Highlight für 2018.

Titel: Wenn alle Katzen von der Welt verschwenden/ Autor: Genki Kawamura/ Verlag: C. Bertelsmann / Erschienen: 23.04.2018/ Seiten: 192 Seiten/ Genre: Roman

Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes …

Genki Kawamura stellt in seinem Roman, von dem in Japan über eine Millionen Exemplare verkauft worden sind, die einfache Frage: Was macht ein gutes und erfülltes Leben aus?

©
Cover:/ Klappentext: C. Bertelsmann
Foto: Sabrina Wohlert