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Lass sie nicht rein oder doch?

Werbung / Rezensionsexemplar

Titel: Die schwarze Frau / Autor: Simone St. James / Verlag: Goldmann / Seiten: 445 / Genre: Roman /
Teil einer Reihe: Nein

Vermont 1950. Idlewild Hall ist ein Ort für Mädchen, die keinen anderen Platz in der Gesellschaft haben. Abends erzählen sich die Schülerinnen Schauergeschichten von der »schwarzen Mary«. Doch als eines Nachts eine von ihnen unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, wird der Schrecken real. 2014 ist das Internat eine Ruine, aber die Journalistin Fiona Sheridan kann nicht von Idlewild Hall lassen: Hier wurde vor 20 Jahren ihre Schwester ermordet. Als man bei Renovierungsarbeiten eine weitere Mädchenleiche findet, beginnt Fiona zu recherchieren. Dabei rührt sie an dunkle Geheimnisse, die besser für immer verborgen geblieben wären …

Mary Hand, Mary Hand, tot in ihrem dunklen Grab.. Schneller, schneller. Sonst hat sie dich,. Sagt, sie will deine Freundin sein.. Lass sie niemals wieder rein!

S. 12 Die schwarze Frau von Simone St. James aus dem Goldmann

Ich liebe die Legende von der Frau in schwarz, die Legende um die trauernde wütende Frau, die nach ihrem Tod Menschen heimsucht, welche ein ähnliches Schicksal haben. Daher erhoffte ich mir das es auch hier um so ein Art Phänomen geht und es mich so richtig gruseln wird.

Wir befinden uns in Vermont 1950, ein junges Internatsmädchen befindet sich auf dem Weg ins Internat Idlewild Hall. Ein Internat für Mädchen die Zuhause unerwünscht sind. Als sie aus dem Bus steigt, passierte. Sie glaubt das sie verfolgt wird.
Kapitel Ende. Mit dem nächsten Kapitel von “Die schwarze Frau” befindet man sich wieder in Vermont 2014, auf der Straße, auf der vor 64 Jahren das Internatsmädchen auf den Weg ins Internat war. Auf der Straße befindet sich die junge Journalistin Fiona, welche mit dieser Straße und dem Internat eine ganz spezielle Beziehung hat, denn dort wurde ihre Schwester vor 20 Jahren tot aufgefunden. Als das Internat umgebaut werden sollte wird eine Leiche gefunden.

Diese ersten zwei Kapitel von “Die schwarze Frau” waren ein grandioser Einstieg, es hatte direkt alles was ich mir gewünscht habe; gruslig, tolles Setting, zwei Seiten, Vorstadtfeeling und Spannung.
Man stellt sich direkt die Frage was passiert mit dem Mädchen und wer ist das Mädchen? Was hat es mit Fiona zu tun?

Der Gruselfaktor nimmt aber mit der Geschichte ab, denn das Mysteriöse tritt durch die Ermittlungsarbeit von Fiona und die Fragen, die sich auf tun immer mehr in den Hintergrund. Was mich ein wenig enttäuscht hat, denn erwartet habe ich ein wenig mehr Horror.
Allerding kamen durch die Ermittlungen von Fiona und um den Fund der Leiche immer mehr Fragen auf, dies erhöte Spannung sehr, da immer Geheimnisse ans Tageslicht kamen. Alles entwickelt sich zu einem kleinen Vorstandkrimi / -thriller mit ein paar kleinen geschichtlichen Elementen. Dies hat mich sehr erstaunt, denn das habe ich so garnicht erwartet,

Am Anfang hatte ich damit aber meine Probleme, denn die Personen die Fiona begegnet bleiben eher kühl und sind sehr mysteriös. Man kann sie nicht direkt zuordnen obwohl man immer mehr Vermutungen anstellt.

Leider wurden diese immer wieder mal unterbrochen bzw. ich kam ins straucheln denn es wird immer zwischen dem Jahr 1950 und 2014 abgewechselt und gerade bei dem Handlungsstrang von 2014 werden ab und an Sprünge gemacht bzw. einfach ein paar Details weggelassen, welche man erst später erfährt.
So konnte ich mich aber sehr gut in Fiona hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.
Allerding sind die beiden Stränge 1950 die Internatsmädchen in den Interna und mit den Ermittlungen von Fiona im Jahr 2014 sehr schön verknüpft was dafür sorgte, dass der rote Faden nie abriss.

Was aber am Erschreckensten war, waren die Geschichten der 4 Internatsmädchen, die man im Jahr 1950 begleitet. Sie alle wurden auf das Internat Idlewild Hall abgeschoben und man erfährt nach und nach warum und das ist sooo traurig.
Einen direkten Bezug bekommt man zu ihnen aber nicht wirklich.

Das Ende löst alles auf, jede Ungereimtheit sogar das unterkühlte Gefühl der Figuren die Fiona kennengelernt hat. Auch was es mit der schwarzen Frau auf sich hat klärt sich am Ende auf, obwohl dies nur eine reine Nebenrolle ist. Es wird am Ende aber auch noch mal so richtig gruslig und kam da, dann doch noch auf den Gruselgeschmack.

Fazit

„Die schwarze Frau“ ist ein Vorstadtthriller gepaart mit kleinen Horrorelementen. Die Spannung stützt sich nicht auf die Horrorelemente, sondern mehr auf die Ermittlungsarbeit, welche einen oft ins Nichts führt und einen seine Vermutungen wieder über Bord werfen lässt. Mir hat es sehr viel Lesespaß breitet, dennoch hätte ich mir einfach mehr Horror gewünscht. Dennoch eine grandiose Geschichte die mich komplett gepackt hat.

©
Cover/ Klappentext: Goldmann Verlag