Wir fragten, Martina Gercke gab uns die Antworten. [Romancewoche 2017]

 

 

Wir, Kerstin von Kerstin Buecherstube und Martina von Leserattenhöhle durften Martina Gercke ein paar Fragen stellen. Auch diese beiden lieben Kolleginnen haben einen Beitrag für euch. 

 

Du arbeitest als Purser (Leiter der Kabinencrew), betreibst viel Sport und schreibst erfolgreich Bücher. Wie schaffst Du es, dass alles zeitlich zu koordinieren?

Ich habe zum Glück die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten. In meinem Fall bedeutet das, dass ich zwei Langstreckenflüge im Monat absolviere. Einmal nach Los Angeles und New York wäre ein typischer Dienstplan von mir. Für Los Angeles bin ich vier Tage von Zuhause weg und New York sind es nur drei. Das lässt sich gut mit meiner Arbeit als Autor kombinieren. Unterwegs schreibe ich allerdings so gut wie nie, da bin ich oft zu müde.

Sport ist für mich der Ausgleich zum Schreiben. Wenn ich den ganzen Tag am Schreibtisch sitze, brauche ich anschließend etwas Bewegung, um meinen Kopf frei zu bekommen.

 

Hast Du einen Lieblingsort, an dem Du die besten Ideen für Deine Bücher bekommst?

Eigentlich habe ich keinen Lieblingsort. Die besten Ideen kommen mir meistens kurz vorm Einschlafen. Deshalb habe ich auch einen Block und einen Stift auf dem Nachttisch liegen, damit ich alles schnell aufschreiben kann. Ansonsten habe ich es am nächsten Tag vergessen.

Ansonsten sitze ich oft mit meinem Mann in der Küche zusammen und wir überlegen uns gemeinsam, welchen Verlauf die Geschichte an der ich gerade arbeite, nehmen könnte. Mein Mann ist kein Liebesroman Leser und denkt oft in völlig anderen Bahnen als ich, was sehr erfrischend.

 

Welche Intension hast Du als Autorin? Erleben Deine Figuren einfach nur ein Abenteuer, das für den Leser Spannung verspricht oder nutzt Du die Möglichkeit um mit philosophischen Aspekten (Weltanschauung, Politik usw.) den Leser zum Nachdenken anzuregen?

Meine höchste Priorität hat der Unterhaltungswert meiner Bücher für den Leser. Ich möchte meine Leser gut unterhalten und ihnen die Möglichkeit geben für ein paar Stunden in eine andere Welt aufzutauchen. Man soll meine Bücher mit einem guten Gefühl im Bauch lesen und wenn man die letzte Seite zu klappt Ich verarbeite in meinen Büchern oft Erlebnisse aus meiner Umwelt. Das Leben selbst schreibt oft die wildesten Geschichten und nimmt Wendungen mit denen man niemals gerechnet hätte. Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen, mal mehr oder weniger.

Wenn es eine Message in meinen Büchern gibt, dann ist es die: Niemals aufzugeben, immer an sich zu glauben und niemals den Glauben an die Liebe zu verlieren.

 

Von Beginn an hast Du Liebesromane geschrieben. Kannst Du Dir vorstellen auch Bücher in einem gänzlich anderen Genre zu schreiben, wie z. B. einen Krimi?

Ich glaube, jeder Autor hat schon einmal darüber nachgedacht in einem anderen Genre zu schreiben und ich bilde in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Da ich selbst aber keine Krimis oder Thriller lese oder schaue, käme dieses Genre für mich nicht infrage. Ich bin da ein zu empfindliches Seelchen. Da würde mich dann schon eher ein Jugendbuch oder eine Fantasy Geschichte reizen.

Im Moment halte ich mich an das alten Sprichwort: Schuster bleib‘ bei deinen Leisten.

Das Schreiben von Liebesromanen macht mir einfach unheimlich viel Spaß und ich habe noch ganz viele Geschichten in meinem Kopf dich gerne zu Papier bringen möchte. Solange das der Fall ist, denke ich über einen Wechsel nicht nach.

 

Mit “Liebe auf den ersten Blitz” erscheint nun Dein neuestes Werk. Hast Du schon Ideen für ein neues Buch?

Ehrlich gesagt bin ich schon wieder dabei ein neues Buch zu schreiben. Ich arbeite gerade an einer neuen Reihe, die in einem kleinen Hotel an der Küste von England spielt. Der erste Band soll bereits im Juli erscheinen. Mein Problem ist immer, dass sich unheimlich langsam bin, was das tippen anbelangt. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen dieses Jahr noch einen Kurs in Schreibmaschine zu belegen.

 

Wie steht Dein berufliches und privates Umfeld zu Deinem Schreiben?

Ich schreibe ausschließlich zu Hause und nicht, wenn ich dienstlich unterwegs bin. Meine Familie steht in dieser Hinsicht voll und ganz hinter mir und unterstützt mich, wo sie kann. Ich glaube es ist schwierig zu schreiben, wenn die Familie nicht hinter einem steht. Manchmal stecke ich so fest in einem Projekt, dass der Haushalt liegen bleibt. Dann übernimmt mein Mann und hält mir den Rücken frei und verwöhnt mich mit leckerem Essen.

Mein Mann und ich sitzen oft zusammen und diskutieren über neue Projekte. Einige der Titel meiner Bücher sind die Idee meines Mannes gewesen. Meine Tochter ist ein großer Fan meiner Portobello Girls und mein Sohn hilft mir immer, wenn es um Fragen von Marketing oder Social Media geht. Die ersten Cover habe ich noch zusammen mit meinem Sohn gemacht.

Abends ist Internet – und schreibfreie Zeit bei uns Zuhause. Das ist die einzige Bedingung, die mein Mann stellt.

Meine Freundin sind oft in gewisser Weise Vorbilder für meine Figuren und häufig fließen ihre Erlebnisse in meine Geschichten mit ein. Ich erzähle Ihnen natürlich von meine Ideen und sie sagen mir Ihre ehrliche Meinung dazu. Die meisten meiner Freundin sind allerdings Krimi Leserinnen – lach!

 

Dank Facebook und Co ist der Kontakt zwischen Autoren und Lesern ja viel intensiver geworden. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich glaube, dass wir eine ganz andere Generation von Schriftstellern sind. Früher bekam man seinen Lieblingsautor nur auf Lesungen zu Gesicht und wenn man ganz viel Glück hatte, konnte man ihm anschließend noch ein paar Fragen stellen.

Durch die Social Media hat sich das völlig geändert. Heutzutage kann man als Autor mit seinen Lesern im Alltag in Kontakt treten und das finde ich großartig. Für mich ist es extrem wichtig, mich mit meinen Lesern auszutauschen. Das sind schließlich die Menschen für die ich meine Geschichten schreibe.

Morgens setze ich mich als aller erstes mit einer Tasse Kaffee an den Schreibtisch, klappte meinen Laptop auf und lese ganz in Ruhe die neuesten Nachrichten auf Facebook durch. Leider fehlt mir die Zeit alles zu kommentieren, aber ich versuche so viel wie möglich zu antworten. So nimmt man ein bisschen am Leben der anderen teil und ich habe die Möglichkeit meinen Lesern einen kleinen Einblick in mein Privatleben zu geben.

Für mich ist es allerdings das Schönste, wenn ich all die Gesichter, die ich aus Facebook kenne, auf den Messen tatsächlich vor mir stehen habe. Facebook und Co können eben doch keine Begegnung im wahren Leben ersetzen – aber man hat dadurch die Möglichkeit, dass es überhaupt passieren kann.

 

 Was würdest Du Dir von Deinen Lesern wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass wir uns weiterhin so offen und ehrlich miteinander austauschen. Das meine Bücher weiter mit so viel Begeisterung von euch gelesen werden und wir weiterhin so viel Spaß miteinander haben. Ich bin so glücklich, dass ich euch habe und ich jeden Tag ein Stückchen an eurem Leben teilhaben darf. Ihr seid die Antriebfeder für mich und eure Worte bedeuten mir mehr als ich sagen kann. Ich bin dankbar, dass es euch gibt und wünsch, dass es so noch viele Jahre so bleibt.

 

Wie gehst Du mit Kritik um?

Keiner mag es besonders, wenn er kritisiert wird. Ich bilde in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Aber ich habe gelernt konstruktive Kritik als etwas Positives anzunehmen und mit ihr zu wachsen und daraus zu lernen. Man darf sich, egal was man tut, nie zu sicher sein, sondern sollte immer darauf achten, was andere sagen. Letztendlich kann man sich nur verbessern, wenn man die Kritik annimmt und umsetzt.

Das versuche ich auch, jeden Tag und mit jedem Buch aufs Neue.

 

Warum sollte man Dein Buch lesen?

Wer gute Unterhaltung sucht und Liebesgeschichten mag, der ist bei mir genau richtig. Ich bin eine absolute Romantikerin und glaube an die wahre Liebe zwischen zwei Menschen. (Vielleicht weil ich selbst das Glück habe, meinen Traummann nach einigen Liebeswirrungen gefunden zu haben.) Meine Geschichten sind häufig mit einem leichten Augenzwinkern geschrieben, denn ich finde man sollte dabei auch lachen dürfen.

„Liebe auf den ersten Blitz“ zum Beispiel ist ein Roman über Liebe, Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen.

 

Und zum Abschluss Martina Gercke „kurz & knackig“:

Mein Leben als Autorin ist mein Traum, den ich leben darf.

Ich würde gerne mal den Tag verbringen mit Hugh Jackman.

Niemals würde ich … einem anderen Menschen Gewalt antun.

Ich wollte schon immer mal nach Neuseeland.

Der erste Satz ist immer der schwierigste.

Romantik ist das Sahnehäubchen der Liebe.

 

Ihr seid nun neugierig geworden und wollt noch mehr über die Autorin erfahren, dann schaut doch auch mal auf ihrer Seiten vorbei:

Autorenseite

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