Fragebogen, Buchcharakter, Antworten

willensstark,

belastbar,

zielstrebig,

wissenshungrig.

 

So oder so ähnlich könnte sich auch eine Bescheinung von einem guten Freund anhören. Aber hier habe ich nicht an eine Person gedacht, die ich kenne, nicht wirklich oder ich lerne sie gerade kennen. Als ich diese Eigenschaften aufgeschrieben habe, dachte ich an einen aktuellen Buchcharakter.

Du fragst dich, wie kommt die nun darauf, was will sie von mir.

In den letzten Tagen, Wochen habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht. Gerade auf den Bezug von Rezensionen und dabei ist mir eine Frage gekommen. Wie kann ich ein Buch bewerten, wenn ich nicht weiß, wie solch ein Buch entsteht? Also habe ich angefangen mich zu informieren und bin immer noch dabei.

Bei der Recherche bin ich auf die Charaktererstellung gestoßen. Aber wie läuft das nun ab? Wo treten dabei Probleme auf? Und wann ist der Charakter perfekt?

Um ein paar Antworten aus erster Hand zu bekommen, haben mir drei Autoren ein paar Fragen beantwortet.

 

Wie ensteht so ein Charakter? 

Ein Charakter kann auf unterschiedliche weiße entstehen. Da geht es einmal ganz Abstrakt zu.

 

Meistens tauchen die ganz von selbst bei mir auf. Und die kommen auch nicht alleine. Nein, die bringen ihre Namen und ihre Eigenschaften zum größten Teil gleich mit. Sehr praktisch, muss ich zugeben. 😉

(Tanja Hammer bekannt aus “The U-Files – Die Einhornakte” aus dem Talawah-Verlag)

 

Aber man kann es auch strategisch angehen und sich einen Fragekatalog wie man sie auch aus Poesiealben kennt erstellen oder man macht sich bewusst Notizen.

Anfangs bringe ich einen solchen Charakter wie im Paper&Pen Rollenspiel zu Papier, schreibe alles auf, lege körperliches fest (Gewicht, Größe, Augen etc …).
Am Wichtigsten ist allerdings das Gefühl, welches man mit diesem Charakter verbindet.
( Mario Steinmetz durch “666” erschienen im Papierverzierer Verlag)

 

Thoth von Atlantis ein Buchcharakter, aus Gabriela Swobodas aktuellen Schreibprojekt “Immortalis” war so freundlich und hat mal ein paar Fragen beantwortet.

 

Dein schönstes Erlebnis?

Als die Macht in meine Hände gelegt wurde.

Was wolltest du als Kind werden?

Mein Weg war mich vorherbestimmt. Was immer ich gewollt hätte – es wäre anders gekommen.

Was ist das erste an das du dich Erinnern kannst?

Das Gesicht meiner Mutter.

Was ist das Peinlichste, dass dir je passiert ist?

Mir ist niemals etwas Peinliches passiert.

Wie entspannst du dich?

In der Kammer der Schriften, wenn die Magie meinen Geist erfüllt und mir neue Möglichkeiten und Wege eröffnet.

Bist du sentimental?

Ha! Das fehlte noch!

Dein perfekter Urlaub?

Was ist das? Noch nie davon gehört! Wo liegt dieser Ort?

Nach dem Tod…

Für mich ist der Tod von kurzer Dauer.

Was kannst du verzeihen?

Wenn ich möchte – alles, wenn ich es nicht möchte – nichts.

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?

Ich denke nach oder ich erfreue mich meiner Macht. Meistens verbringe ich die Zeit mit meinem Sohn.

 

Wie man sieht sind so ein paar Antworten dabei, die ganz normal sind.

 

Kommen wir zum nächsten Punkt. Wann ist der Charakter perfekt? 

Wenn ich mir meine Lieblingscharaktere ansehen, so muss ich schnell feststellen, dass sie alle einen Charakterzug haben, den ich sehr ansprechend finde. Sie sind Figuren, die ich mir auch als Freunde wünschen würde. Sie sind mir sympathisch und hier und da haben sie sogar einen ähnlichen Gedanken oder auch Charakterzug, den ich selbst besitze.

Jener, der eben nicht perfekt ist. Im realen Leben schlagen wir uns alle mit gewissen Macken herum. Wir haben zum Beispiel vor irgendwas Angst, haben manch eine Schwäche oder für gewisse Dinge nicht das geringste Talent. Solche kleinen Eigenheiten mag ich auch bei meinen Charakteren, weil ich finde, dass sie das lebendiger macht.

(Tanja Hammer bekannt aus “The U-Files – Die Einhornakte” aus dem Talawah-Verlag)

 

Wie Tanja Hammer sehe ich es auch. Er muss nicht perfekt sein, er darf Fehler haben, ja sogar der Bösewicht in einer Geschichte kann er sein.

 

Bei mir müssen Charaktere (auch und vor allem Protagonisten) auch negative Seiten haben, können unangenehm rüberkommen. Je nach Laune und Stimmung eben. Es sind einfach Menschen, keine Superhelden.
Und ich bestehe darauf, das nicht jeder meine Charaktere mag 😉
( Mario Steinmetz durch “666” erschienen im Papierverzierer Verlag)

 

Ich stelle mir die Umsetzung nicht so ganz einfach vor. Man erschafft ja eine Identität mit einem Leben, was den Leser ansprechen soll. Wo liegen hier die Probleme. Ein Problem könnte sein, dass man sich schon mal verzetteln kann und es Abweichungen im Charakter gibt.
Schließlich durchleben die Charaktere auch eine Entwicklung.

Aber auch hierzu habe ich zwei Autoren befragt.

 

Den Überblick über den aktuellen Zustand der Charaktere zu behalten. Nehmen wir noch einmal Lucy. Anfangs ist sie das unbedarfte Ich-komme-vom-Land-Gothic-Mädchen. Sie war recht naiv, durchlebte während des ersten Bandes 666 eine extreme Weiterentwicklung. Am Ende, im dritten Teil Armageddon, ist sie eine vollkommen andere Person. Aus dem Mädchen ist eine Frau geworden. Dennoch läßt sich die alte Lucy jederzeit wiederfinden. Es muss laufen wie im echten Leben, eben wie sich jeder Mensch weiterentwickelt.

( Mario Steinmetz durch “666” erschienen im Papierverzierer Verlag)

 

Wie man sieht, es gehört sehr viel dazu um einen Charakter zu erstellen. Nicht bei jedem Autor verläuft dass Erstellen von Charakteren gleich, aber am Ende versuchen die Autoren uns Lesern ihren Charakter, der ihnen im Kopf herumschwebt, so um zu setzen, dass auch wir sie vor unserem geistigen Auge sehen können. Dabei nehmen sie sich schon mal Fragen, die aus einem Poesiealbum stammen können oder auch einem Pan& Paper Figur. Aber sie tauchen auch einfach so in den Köpfen auf und können den Autor schon sehr einnehmen und wirken auf sie sehr real.

 

Ich hoffe es hat euch gefallen und ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Arbeit eines Autors geben.

 

Ihr wollt noch mehr über die Autoren wissen, dann schaut doch mal auf ihren Seiten vorbei.

 

Gabriela Swoboda

Bereits erschienenen Bücher: Novus Ordo Seclorum aus dem Drachenmond Verlag

 

Tanja Hammer

The U-Files – Die Einhornakte aus dem The U-Files – Die Einhornakte

Orcumorra – Siegel des Feuers

Orcumorra – Saat der Finsternis

Haeverflox – Alte Geister

 

Mario Steinmetz

666 

Abaddon

The Wild Hunt

Alle drei sind sie aus dem Papierverzierer Verlag.

 

 

Welcher Charkter aus einem Buch ist dein Liebling und warum?

 

Gruß

Die Buchdompteurin

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